Leseclub

Gemeinsam das Lesen entdecken


Leseclubs bieten Freizeit-Angebote an, die Kindern den Umgang mit Literatur näher bringen, ihr Interesse an Büchern stärken und generell ihre Lesekompetenz fördern.

Was ist ein Leseclub?

Ein Leseclub bezeichnet einerseits einen Raum, der mit diversen Medien zum Thema Lesen ausgestattet ist und der zum Verweilen und Lesen einlädt. Neben Büchern können auch Zeitschriften, Spiele und digitale Medien zur Raumausstattung gehören. Bequeme Sitzgelegenheiten und Bücherregale gehören ebenfalls zum Leseclub. Für Kreativangebote sollten zudem auch ausreichend Stühle und Tische zur Verfügung stehen. Häufig sind Leseclubs in Jugendeinrichtungen zu finden, aber sie können auch in Schulen eingerichtet werden. Der Fokus liegt immer auf dem Freizeitbereich, sodass Leseclubs meist am Nachmittag stattfinden. Andererseits meint der Begriff Leseclub sämtliche Freizeit-Aktivitäten, die der Leseförderung dienen und die der Leseclub seinen Mitgliedern anbietet. Für gewöhnlich gibt es mehrmals in der Woche Angebote, die sich an verschiedene Altersgruppen richten. 

An wen richtet sich ein Leseclub?

Generell können alle interessierten Kinder die Angebote eines Leseclubs wahrnahmen. Vor allem richten sich die Clubs aber an bildungsbenachteiligte Kinder und an Kinder mit Migrationshintergrund im Alter von 6 bis 12 Jahren. Beide Gruppen benötigen meist mehr Unterstützung bei der Entwicklung der persönlichen Lesekompetenz.

Angebote im Leseclub

Spannende und altersgemäße Angebote sollen den Kindern Spaß am Lesen vermitteln. Wenn Kinder beim Besuch eines Leseclubs auf spielerische Art und Weise Leseerfahrungen sammeln, entwickeln sie ein gesteigertes Interesse an Büchern, Texten und Sprache. Dem Thema Lesen wird sich in der Freizeit und ohne Leistungsdruck, den die Kinder vielleicht im Schulunterricht erlebt haben, angenährt.

Die Arbeit und Angebote eines Leseclubs stellen zudem immer die gemeinschaftliche Beschäftigung mit Leseinhalten in den Mittelpunkt. Kinder werden motiviert und können ihrerseits auch andere Kinder zum Lesen motivieren. Letztlich wirkt sich das positiv auf ihre Lesekompetenz aus.

Angebote von Leseclubs sind zum Beispiel:

  • Vorlesestunde

    Neben der Kreativität und Fantasie fördert eine Vorlesestunde auch die Konzentrationsfähigkeit der jungen Leseclubbesucher. Die Kinder werden beim Dialogischen Vorlesen miteinbezogen und folgen der Geschichte aufmerksam, wenn Fragen zur Geschichte gestellt werden. Eine Vorlesestunde kann mit einer kleinen Exkursion verbunden werden und muss nicht ausschließlich im Leseclubraum stattfinden. Beim Thema Pflanzen bietet sich beispielsweise ein Ausflug in eine Gärtnerei an.

  • Lesegemeinschaft

    Gemeinschaftsliches (Vor-)Lesen im geschützen Umfeld des Leseclubs wirkt sich positiv auf die Lesekompetenz aus und schult gleichzeitig das Erfassen von Textinhalten. Beim einer anschließenden Gesprächsrunde können die Kinder Verständnisfragen stellen oder ihre ganz persönlichen Gedanken zum Inhalt teilen.

  • Buchvorstellung

    Bei der Vorstellung eines freigewählten Buches lernen Kinder verschiedene Präsentationstechniken kennen. Durch das Vorlesen einzelner Textpassagen wird zudem zunehmend die Hemmschwelle gesenkt, vor ein Publikum zu treten.

  • Lesekiste

    Im Laufe der gemeinsamen Lektüre wird ein Schuhkarton kreativ gestaltet und mit Gegenständen gefüllt. Diese Gegenstände haben einen Bezug zum Text. Der Inhalt des Buches bekommt so einen Bezug zur realen Welt und wird für die Kinder greifbarer.

  • Lesetagebuch

    In einem Lesetagesbuch werden eigene Gedanken und Gefühle zum Buch festhalten. Es kann zum Beispiel Bilder und Collagen, Zitate, Personenbeschreibungen usw. zu bestimmten Textstellen enthalten. Die Mitglieder der Buchclubs können sich beim Anfertiges eines Lesetagesbuches individuell den Buchinhalten widmen.

  • Rollenspiel

    Das Verständnis zu den Inhalten von Geschichten oder Büchern kann mithilfe von Rollenspielen gefestigt werden. Die szenische Darstellung verschiedener Figuren kann zudem interkulturelle Kompetenzen erhöhen, da verschiedene Perspektiven betrachtet werden.

  • Schreibwerkstatt

    Leseclubs können neben der Lesekompetenz auch Schreibkompetenzen fördern. In einer Schreibwerkstatt können eigene Geschichten zu einem bestimmten Thema verfasst werden oder die Kinder können ein alternatives Ende zu einer gelesenen Geschichte schreiben.

Ziele eines Leseclubs

  • Ein wichtiges Ziel von Leseclubs ist die Integration und Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund. Zudem erhalten bildungsbenachteiligten Kindern mithilfe eines Leseclubs notwendige Lese- und Sprachkompetenzen.

  • Die Aktivitäten und Angebote von Leseclubs tragen dazu bei, den persönliche Bildungsweg und die schulischen Erfolge eines Kindes – unabhängig von der sozialen Herkunft – zu stärken.

  • Leseclubs fördern die Lesemotivation und vermitteln durch die Aktionen und Angebote den Spaß am Lesen. Die aktive Leseförderung befähigt die jungen Leserinnen und Leser dazu, sich selbstständig mit Inhalten zu befassen und neues Wissen anzueignen.

  • Der Fokus auf ein gemeinsames Miteinander stärkt interkulturelle Kompetenzen oder baut die bereits erworbenen Fähigkeiten weiter aus.

Förderprogramm: Leseclubs – Mit Freu(n)den lesen

Im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt die Stiftung Lesen bis Ende 2022 Leseclubs in ganz Deutschland.

Viele weitere Informationen zum Thema Leseclubs und Wissenwertes zu den Fördermöglichenkeiten gibt es unter: https://www.leseclubs.de/.


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