Kinder lesen gemeinsam

Lesetagebücher

Lesetagebücher sind eine oftmals in der Schule verwendete Methode um den Kindern einen besonderen und intensiven Umgang mit einer Lektüre zu verschaffen. Durch die relativ freie Gestaltung des »Tagebuchs« erhalten die Schüler einen persönlichen Zugang zur bearbeiteten Lektüre.

Was ist ein Lesetagebuch?

Ein Lesetagebuch ist – wie der Name schon sagt – eine Art Tagebuch, welches parallel zum Lesen einer Lektüre geführt wird und in dem verschiedene Eindrücke festgehalten werden können.

So können beispielsweise folgende Dinge darin enthalten sein:

  • wann habe ich was gelesen?
  • Figurenverzeichnis
  • Zusammenfassungen wichtiger Textstellen
  • Charakterisierungen der Haupt- und Nebenfiguren
  • selbstgezeichnete Bilder (der Personen) anhand von Beschreibungen aus dem Text
  • Tabellen oder Zeitstränge um Abläufe und Handlungen zu verdeutlichen
  • persönliche Eindrücke
  • Probleme, die beim Lesen aufgetreten sind/Verständnisprobleme
  • Zitate, die wichtig für die Handlung sind oder dem Schüler/der Schülerin besonders gefallen
  • persönliche Meinung zur Lektüre am Schluss
  • stilistische Merkmale, die hervorstechen
  • Bilder und Beschreibungen der Lieblingscharaktere mit Begründungen
  • Eindrücke zu Verhaltensweisen gewisser Charaktere und Bewertungen
  • Situationen, die wichtig für die Handlung sind oder Wendepunkte darstellen
  • bildliches Festhalten gewisser Situationen und Handlungen
  • bildliches Festhalten des Schauplatzes anhand von Beschreibungen im Text
  • Kommentare der Schüler
  • ein alternatives Ende für das Buch
  • erklären mit welchem Charakter man sich am meisten identifizieren kann und warum
  • verschiedenste Assoziationen (z.B. Musik, Filme, etc.)
  • passende Bilder einkleben

Wie Sie sehen, sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt und lassen den Schülern großen Freiraum zur freien Entfaltung ihrer Kreativität.

Vorteile von Lesetagebüchern sind zum Beispiel:

  • sie sind unabhängig von der Klassenstufe
  • unterstützen das literarische Gespräch
  • Erwerb von wichtigen Kompetenzen im Umgang mit Büchern:
    • Reflexion von Texten
    • bestimmte Art der Auseinandersetzung mit Texten
    • Sprechen über Texte
    • Präsentation der Ergebnisse
  • Interesse am Lesen kann geweckt werden
  • kann zum Dialog zwischen Schüler und Lehrer führen
  • Probleme und Schwächen können frühzeitig erkannt werden
  • durch Beobachtung der Fortschritte können weiter Bücher vom Lehrer empfohlen werden
  • Verständnisprobleme können frühzeitig erkannt werden
  • wirksame und stabile Lesekompetenz wird aufgebaut
  • nicht nur der Inhalt der Lektüre, sondern auch die Gedanken und Gefühle des Kindes werden hierbei reflektiert
  • man kann beobachten, wie sich der Lernprozess entwickelt
  • fördert das Nachdenken über das Gelesene
  • legt die Grundlagen zur Analyse und Interpretation

Ob und in welchen Abständen das Tagebuch geführt wird, kann vom Lehrer entschieden werden. Auch in welchem Maße – also was rein kommt ins Lesetagebuch und was nicht – kann vom Lehrer entschieden werden.

Auch hier sind die Möglichkeiten mannigfaltig:

  • sind die Einträge in Form von wöchentlichen Hausaufgaben zu erledigen oder entscheiden die Schüler selbst wann sie einen Eintrag verfassen?
  • gibt der Lehrer vor wie der Inhalt des Tagebuchs auszusehen hat?
  • gibt der Lehrer vor welche Inhalte enthalten sein sollen?
  • wird das Lesetagebuch anschließend benotet?
  • inwiefern wird das Lesetagebuch ins Unterrichtsgespräch integriert?

Das Lesetagebuch ist also eine äußerst effektive Methode, die die Kinder nicht nur zum Lesen anregen kann, sondern auch verschiedenste Kompetenzen ausprägt, die in der weiteren schulischen Laufbahn von Bedeutung sind. Sie lässt sich beliebig oft wiederholen mit verschiedenen Werken und kann auch privat geführt werden.

Die Grundlagen, die hierdurch gelegt werden, helfen den Schülern auch außerhalb der Schule im Umgang mit literarischen und nicht-literarischen Texten umzugehen.